Maßmöbel Werkstatt-Notiz

Offenen Wohnbereich gliedern ohne Wand: Raumteiler, Lofttür & Maßmöbel für Altbau und offene Grundrisse

Manufaktur X Redaktion · 18. Juli 2025 · 14 Minuten Lesezeit · Werkstatt Regensburg

Offene Wohnbereiche gliedern: Maßlösungen für Altbau, Gründerzeithaus und offene Grundrisse

Wer in einem Wiener Gründerzeithaus oder einer sanierten Dachgeschosswohnung lebt, kennt das Dilemma: Der offene Grundriss ist großzügig und lichtdurchflutet - aber irgendwann wünscht man sich einfach mehr Struktur. Nicht weniger Raum, sondern klare Zonen. Einen Bereich zum Arbeiten, der sich abends auch wirklich "abschalten" lässt. Eine Küche, deren Kochgerüche nicht bis ans Sofa ziehen. Einen Essbereich, der nicht im Wohnzimmer verschwimmt.

Wände einziehen ist selten die Antwort - zu teuer, zu aufwendig, und im Mietrecht oft schlicht nicht möglich. Was tatsächlich funktioniert, sind maßgefertigte Möbel und Raumteiler, die exakt auf die Gegebenheiten des Raums abgestimmt sind. Dieser Ratgeber zeigt, welche Methoden in der Praxis tragen, wo Planungsfehler entstehen und wie Sie Ihre Lösung direkt im Konfigurator auf manufakturx.at planen können - mit sofortiger Preisanzeige, ohne Wartezeit auf ein Angebot.

Die vier häufigsten Probleme offener Wohnbereiche

Offene Grundrisse haben echte Vorteile - sie lassen Tageslicht tief in die Wohnung, fördern die Kommunikation und wirken großzügiger als gleich große Räume hinter Türen. Ohne durchdachte Zonierung entstehen aber typische Alltagsprobleme:

  • Keine Funktionstrennung: Kochen, Arbeiten und Erholen konkurrieren im selben Raum. Das kostet Konzentration und Energie - und macht echtes Abschalten nach der Arbeit schwerer.
  • Schall breitet sich ungehindert aus: Gespräche am Esstisch sind im Homeoffice-Bereich zu hören, Kochgeräusche überlagern das Fernsehprogramm. In Altbauten mit glatten Stuckdecken und Parkettböden ist dieser Effekt besonders ausgeprägt.
  • Kochgerüche in allen Zonen: Eine offene Küche ohne bauliche Abgrenzung verteilt Gerüche über den gesamten Wohnbereich - das ist beim täglichen Kochen anders, als beim gelegentlichen Aufwärmen von Essen.
  • Unordnung ist überall sichtbar: Unaufgeräumte Kochtöpfe, Arbeitsmaterial auf dem Schreibtisch, Kinderspielzeug am Boden - in einem unstrukturierten offenen Raum sieht man alles aus allen Winkeln. Das erhöht den subjektiven Stress messbar.
Eine schwarze Stahl-Glas-Trennwand mit mehreren Glasfeldern trennt ein helles Wohnzimmer vom Flurbereich.

Temporäre Lösungen wie Vorhänge oder Paravent-Stellwände können diese Probleme mildern. Dauerhafte Lösungen - ein maßgefertigter Raumteiler, eine Lofttür, ein raumhohes Regal - lösen sie strukturell.

Welche Methode passt zu welchem Raum?

Nicht jede Lösung eignet sich für jeden Grundriss. Die folgende Übersicht zeigt, was dauerhaft wirkt, was flexibel bleibt und wo Maßanfertigung entscheidend ist.

Methode Wirkung Flexibilität Maßanfertigung sinnvoll?
Lofttür (Stahl-Glas) Akustisch + visuell, Licht bleibt Gering (fest eingebaut) Fast immer - Altbauöffnungen selten normgerecht
Raumteiler (Stahl-Glas) Visuell, Licht bleibt Gering (fest eingebaut) Ja - Raumhöhe und -breite individuell
Großes Regal Visuell, Stauraum Mittel (auf Rollen verschiebbar) Empfehlenswert - Deckenhöhe variiert stark
Rohrregal Visuell, Stauraum Mittel Empfehlenswert
Sitzbank mit hoher Rückenlehne Visuell, Sitzfunktion Hoch Sinnvoll bei Nischen und ungeraden Wandlängen
Bodenbelagswechsel Visuell (Zonenmarkierung) Keine Nein (bauliche Maßnahme)
Pflanzen / Paravents Visuell, leicht Sehr hoch Nein

Lofttür nach Maß: Akustisch trennen, Licht behalten

Eine Lofttür nach Maß ist die dauerhafteste Methode, um einen offenen Wohnbereich zu gliedern, ohne das Raumgefühl zu zerstören. Der pulverbeschichtete Stahlrahmen mit Glasfüllung lässt Tageslicht passieren, trennt den Bereich aber akustisch ab - besonders wirksam zwischen Küche und Wohnraum oder zwischen Wohn- und Arbeitsbereich im Homeoffice.

In Gründerzeitwohnungen mit Raumhöhen von 3,20 m oder mehr ist die Maßanfertigung keine Komfortoption, sondern technische Notwendigkeit: Standardtüren enden bei 2,10 m oder 2,20 m, und die Lücke darüber ist mit keinem Blendrahmen aus dem Baumarkt elegant zu schließen. Eine Lofttür nach Maß füllt die gesamte Öffnung - vom Boden bis zur Decke, auf den Millimeter genau.

Technische Details aus der Fertigung

Eine fest installierte Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen unterteilt einen hellen Wohnraum.
  • Glastyp: Bei Lofttüren verwenden wir ausschließlich Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) oder Verbundsicherheitsglas (VSG). ESG zersplittert bei Bruch in kleine, stumpfe Fragmente - sicher, aber die Scheibe ist danach nicht mehr nutzbar. VSG hält bei Bruch durch eine Folie zusammen - empfehlenswert bei Haushalten mit Kindern oder stark frequentierten Durchgängen.
  • Stahlrahmen: Pulverbeschichtet in jeder RAL-Farbe. Die Pulverbeschichtung wird elektrostatisch aufgetragen und eingebrannt - das Ergebnis ist eine gleichmäßige, lösungsmittelbeständige Oberfläche, die kratzfester ist als nasslackierte Alternativen und keine Lösungsmittel in der Produktion erfordert.
  • Montagefuge: Planen Sie pro Seite ca. 5 mm Fuge ein. Das ist keine Ungenauigkeit, sondern technische Notwendigkeit: Altbauwände sind selten exakt lotrecht, und Stahl dehnt sich bei Temperaturwechsel leicht aus. Die Fuge wird beim Einbau sauber geschlossen.
  • Lieferzeit: 5-6 Wochen ab Auftragsbestätigung.

In unserer Fertigung zeigt sich regelmäßig: Bei rund sieben von zehn Lofttür-Projekten messen Kunden beim ersten Versuch einen Unterschied von mindestens 5 mm zwischen linker und rechter Mauerseite. Das ist kein Baufehler - das ist das normale Ergebnis jahrzehntelanger Setzungsprozesse in Altbauten. Eine maßgefertigte Stahl-Glas-Konstruktion berücksichtigt genau diesen Wert im Aufmaß; eine Standardtür ignoriert ihn.

Im Konfigurator wählen Sie Türtyp (Einzeltür, Doppeltür oder Pivottür), Breite und Höhe nach Ihrem genauen Wunschmaß, Glasart (klar, Milch, Rauch, Dunkelrauch oder Struktur), Sicherheitsglastyp, Sprossenmuster mit frei wählbarer Anzahl horizontaler und vertikaler Streben, Griffstil, Anschlagseite, RAL-Farbe und optionale Seitenteile oder Oberlicht. Ab 945 EUR inkl. UmSt.

Raumteiler nach Maß: Zonen schaffen, Licht durchlassen

Ein Raumteiler nach Maß funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die Lofttür - pulverbeschichteter Stahlrahmen, Sicherheitsglas - aber ohne Türöffnung. Er ist eine feststehende Stahl-Glas-Wand, die den Raum optisch gliedert, ohne Tageslicht zu blockieren.

Typische Einsatzbereiche: Abtrennung eines Homeoffice-Bereichs im Wohnzimmer, Trennung von Ess- und Kochzone in einem offenen Grundriss, Raumgliederung in Dachgeschosswohnungen mit freier Grundrissfläche. Raumteiler lassen sich auch mit integrierter Türöffnung kombinieren - in diesem Fall wird die Kombination als eine Einheit im Konfigurator geplant. Lieferzeit: 5-6 Wochen.

Eine fest montierte Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern teilt einen Wohn- bzw. Bürobereich ab.

Ein praktischer Hinweis für Wiener Altbauten: Viele Gründerzeitwohnungen haben Raumhöhen zwischen 3,00 m und 3,60 m - ein Maß, das kein Serienproduzent abdeckt. Die Wandstärken variieren zudem erheblich, und Böden sind nicht immer eben. Maßanfertigung ist hier der einzige Weg zu einem technisch sauberen Ergebnis.

Regale als Raumteiler: Massivholz nach Maß

Regale sind die flexibelste dauerhafte Strukturierungsmethode: Sie gliedern den Raum und bieten gleichzeitig Stauraum. Entscheidend ist die Materialwahl - und hier liegt der größte Unterschied zu Serienmöbeln.

Eiche, Buche oder Esche - was passt zu welchem Stil?

Alle Regalböden bei Manufaktur X - sowohl beim Großen Regal nach Maß als auch beim Rohrregal nach Maß - sind ausschließlich aus echtem Massivholz gefertigt. Kein Furnier, keine Spanplatte. Das ist keine Marketingaussage, sondern eine technische Entscheidung: Massivholz lässt sich nachschleifen, trägt höhere Punktlasten und zeigt nach Jahren keine Kantenabplatzungen wie furnierte Platten.

Holzart Brinell-Härte (HB) Charakter Passt zu
Eiche ca. 3,7 Grobe Maserung, warm-braun, markante Poren Gründerzeitwohnung, Loft, Landhausstil
Buche ca. 3,8 Feine, gleichmäßige Maserung, helles Holzbild Modern, skandinavisch, Gemeindebau-Sanierung
Esche ca. 4,0 Ausgeprägte Flammenmaserung, hell mit grauem Ton Zeitgenössisch, alpine modern, kontrastreich

Hinweis zu den Härtewerten: Die Brinell-Härte nach DIN EN 1534 ist ein Laborwert unter definierten Bedingungen. Im Alltag hat die Oberflächenbehandlung - geölt oder lackiert - auf die Kratzfestigkeit einen größeren Einfluss als die Holzartwahl allein.

Geölt oder lackiert: Was im Alltag den Unterschied macht

Geölte Oberflächen fühlen sich natürlicher an und lassen sich lokal reparieren: Ein Kratzer wird nachgeölt, ohne die gesamte Fläche schleifen zu müssen. Dafür bildet das Öl keine vollständige Barriere - Rotwein oder Kaffee muss sofort aufgewischt werden. Lackierte Oberflächen sind dichter und alltagsrobuster, aber bei tiefen Kratzern ist eine vollständige Neulackierung nötig.

Eine festverglaste Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und drei Glasfeldern trennt einen Flurbereich von einem dahinterliegenden Schlafzimm

Aus unserer Beratungserfahrung: Kunden mit Kindern unter zehn Jahren wählen meistens die lackierte Variante. Wer den natürlichen Holzcharakter in den Vordergrund stellen möchte - und die etwas intensivere Pflege in Kauf nimmt - greift zur geölten Oberfläche.

Esstisch und Sitzbank: Möbel, die Zonen definieren

Eine Sitzbank nach Maß kann im offenen Grundriss zwei Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Sie markiert die Grenze zwischen Essbereich und Wohnbereich und bietet Sitzfläche. Mit einer hohen Rückenlehne wirkt sie als niedrige Trennwand - ohne den Raum optisch zu schließen.

Der Esstisch nach Maß definiert die Esszone durch Positionierung und Größe. In offenen Grundrissen gilt: Ein zu kleiner Tisch wirkt verloren im Raum; einer, der zu groß dimensioniert ist, blockiert Laufwege. Als Faustregel: 60-65 cm Tischbreite pro Person, mindestens 90 cm Abstand zur nächsten Wand oder zum nächsten Möbelstück.

Tisch- und Bankplatten bei Manufaktur X sind wahlweise als Leimholz (echtes Massivholz aus verleimten Brettern) oder als Furnier erhältlich. Leimholz zeigt die natürliche Brettstruktur mit leichten Farbunterschieden zwischen den Lagen - das ist kein Mangel, sondern das charakteristische Merkmal echter Massivholzplatten. Beide Varianten sind in Eiche, Buche und Esche erhältlich.

Richtiges Aufmaß: Hier entstehen die meisten Fehler

Die häufigste Ursache für Probleme bei Maßmöbeln ist nicht die Fertigung - es ist das Aufmaß. In unserer Werkstatt entstehen die weitaus meisten Rückfragen nicht durch Produktionsfehler, sondern durch falsch gemessene Öffnungen. Wer die folgenden Punkte beachtet, vermeidet die typischen Stolperstellen.

Sechs Fehler beim Aufmaß - und wie Sie sie vermeiden

Eine großflächige Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen unterteilt einen hellen Wohnraum von einem Arbeitszimmer.
  1. Baupläne statt Vor-Ort-Messung: Baupläne zeigen Sollmaße, keine Istmaße. Altbauwände weichen regelmäßig um 10-30 mm vom eingezeichneten Maß ab. Immer vor Ort messen - an mehreren Punkten (oben, Mitte, unten).
  2. Sockelleisten nicht abgezogen: Eine 15 mm hohe Sockelleiste reduziert die nutzbare Breite auf beiden Seiten. Wer das vergisst, erhält ein Möbelstück, das nicht bündig an der Wand steht.
  3. Steckdosen und Heizkörper übersehen: Hinter einem Regal oder einer Sitzbank verschwinden Steckdosen dauerhaft. Alle Anschlüsse vor der Konfiguration auf einer Skizze markieren.
  4. Türöffnungsradius vergessen: Eine Lofttür mit 90 cm Flügelbreite braucht 90 cm freien Schwenkbereich. Wer das nicht einplant, stellt beim Einbau fest, dass die Tür gegen die Sitzbank schlägt.
  5. Montagefuge nicht eingeplant: Ca. 5 mm Fuge pro Seite zwischen Möbel und Wand einplanen. Ohne diese Toleranz lässt sich das Stück bei unebenen Wänden nicht gerade ausrichten.
  6. Raumhöhe nur einmal gemessen: Altbaudecken sind selten wirklich horizontal - auch wenn sie so aussehen. Mindestens drei Messpunkte entlang der geplanten Möbelbreite, immer das kleinste Maß verwenden.

Sie geben im Konfigurator Ihr genaues Wunschmaß ein - nicht das Rohbaumaß. Das ist ein entscheidender Unterschied zu manchen Planungstools: Manufaktur X fertigt exakt das angegebene Maß, Aufmaß-Korrekturen liegen in Ihrer Verantwortung.

Maßanfertigung oder Serienmöbel: Was leistet was?

Serienmöbel sind in Breiten von 60, 80 oder 100 cm erhältlich. Wohnräume in Wiener Altbauten messen dagegen häufig 213 cm, 247 cm oder 318 cm in der Breite - und die Raumhöhen liegen oft bei 3,20 m bis 3,60 m. Das Ergebnis bei Serienmöbeln sind Füllstücke, Sockelleisten-Kompromisse und sichtbare Lücken, die sich optisch nie ganz befriedigend schließen lassen.

Maßmöbel von Manufaktur X werden millimetergenau nach Ihren Angaben gefertigt. Im Online-Konfigurator geben Sie Breite, Höhe und Tiefe ein und sehen den Festpreis sofort - ohne Angebotsprozess, ohne Wartezeit auf einen Außendiensttermin. Manufaktur X verkauft ausschließlich direkt, ohne Zwischenhändler; das hält den Preisunterschied zu Serienmöbeln kleiner als oft angenommen.

ProduktPreis abHinweis
Lofttür1.157 €Günstigste mögliche Variante
Raumteiler2.212 €Stahl-VSG, individuelle Breite
Großes Regal3.200 €Massivholz, Stahlgestell, raumhoch
Esstisch1.580 €Massivholz, Stahlgestell
Couchtisch1.155 €Massivholz, Stahlgestell
Sitzbank1.100 €Massivholz, Stahlgestell
TV-Board1.540 €Massivholz, Stahlgestell
Rohrregal1.065 €Modulares Rohrregal

Akustik im offenen Wohnraum: Was wirklich hilft

Schall breitet sich in offenen Räumen ungedämpft aus, weil harte, glatte Flächen ihn reflektieren. Die wirksamsten Gegenmaßnahmen in absteigender Reihenfolge:

  • Teppich auf mindestens 40 % der Bodenfläche: Der größte Einzeleffekt - der Boden ist die größte reflektierende Fläche im Raum. In Altbauten mit Parkettböden oft der erste und wichtigste Schritt.
  • Vollbestückte Bücherregale: Bücher absorbieren Schall durch ihre unregelmäßige, poröse Oberfläche. Ein gut gefülltes Regal wirkt akustisch deutlich besser als ein dekorativ halb leeres.
  • Polstermöbel und schwere Vorhänge: Jede textile Fläche trägt zur Dämpfung bei - je schwerer der Stoff, desto wirkungsvoller.
  • Raumteiler aus Stahl-Glas: Reduziert die direkte Schallausbreitung zwischen Zonen, ohne Textilien zu benötigen - relevant, wenn das Raumkonzept bewusst auf harte, klare Materialien setzt.

Zonierung und Wohlbefinden: Was die Forschung sagt

Unser Gehirn verarbeitet Räume über erkennbare Ankerpunkte - visuelle Grenzen, die signalisieren, welches Verhalten in welcher Zone angemessen ist. Ein Arbeitsbereich ohne klare Abgrenzung vom Wohnbereich erschwert das kognitive Abschalten nach der Arbeit. Studien zur Umgebungspsychologie zeigen, dass Personen in klar gegliederten Räumen weniger Erschöpfungssymptome berichten als in unstrukturierten offenen Grundrissen (Scopelliti & Giuliani, Journal of Environmental Psychology, 2021).

Für die Planung bedeutet das: Jede Zone braucht mindestens ein primäres Ankermöbel (Esstisch, Sofa, Schreibtisch) und eine sekundäre Grenzmarkierung (Teppich, Regal, Licht). Zwei Ankerpunkte reichen für eine funktionierende Zone - mehr Elemente erhöhen die Komplexität ohne proportionalen Gewinn.

Wohnbereiche gliedern für verschiedene Lebenssituationen

Familien mit Kindern

Die Anforderung ist Sichtbarkeit bei gleichzeitiger Abgrenzung: Kinder sollen beim Spielen im Blickfeld bleiben, der Spielbereich soll sich aber abends rasch in einen Erwachsenenbereich verwandeln lassen. Ein Rohrregal auf Rollen, das tagsüber den Spielbereich begrenzt und abends verschoben wird, ist eine bewährte Lösung. Wichtig: Regale, die als Raumteiler fungieren, müssen wandseitig gesichert sein (Kippsicherung), sobald Kinder im Haushalt leben.

Eine fest montierte Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern trennt einen Flurbereich von einem hellen Wohnzimmer.

Homeoffice im Wohnraum

Ein Arbeitsbereich im Wohnzimmer funktioniert langfristig nur, wenn er sich visuell abschließen lässt. Eine Lofttür oder ein Raumteiler zwischen Arbeits- und Wohnzone ist die technisch sauberste Lösung - sie ermöglicht auch akustische Trennung bei Videokonferenzen. Wer keine bauliche Maßnahme möchte, kann mit einem hohen Regal arbeiten, das zur Wohnseite dekorativ gestaltet ist und zur Arbeitsseite als Stauraum dient.

Gründerzeit- und Altbausanierung

Gründerzeitwohnungen stellen besondere Anforderungen: Wände sind selten lotrecht, Böden nicht immer eben, Türöffnungen weichen von Standardmaßen ab - und das oft erheblich. In unserer Fertigung messen wir bei Altbau-Projekten regelmäßig Wandneigungen von 3-8 mm auf 2 m Länge. Bei einem Maßmöbel wird dieser Wert im Aufmaß berücksichtigt; bei einem Serienmöbel führt er zu sichtbaren Fugen und schiefen Optiken, die sich nicht kaschieren lassen.

Multifunktionale Möbel: Doppelnutzen im offenen Grundriss

Im offenen Wohnraum ist jedes Möbelstück, das nur eine einzige Funktion erfüllt, eine verpasste Gelegenheit. Kombinationen, die in der Praxis gut funktionieren:

  • Sitzbank mit Stauraum: Markiert die Grenze zwischen Ess- und Wohnzone, bietet Sitzfläche und schließt Stauraum ein - besonders wertvoll in Wiener Altbauappartements ohne eigene Abstellkammer.
  • Rohrregal beidseitig zugänglich: Zur Wohnseite Bücher und Dekoration, zur Küchenzone Kochbücher und Vorräte - ein Regal, das in beide Richtungen arbeitet.
  • Esstisch mit Einlegeplatten: Ein Esstisch nach Maß mit Einlegeplatten wächst von der Alltagsgröße für vier Personen auf die Festtafelgröße für acht - ohne dauerhaft zu viel Fläche zu beanspruchen.

Bodenbelag und Licht: Zonieren ohne Möbel

Bodenbelagswechsel markiert Zonengrenzen zuverlässig: Parkett im Wohnbereich, Fliesen in der Küche, ein Teppich unter der Sitzgruppe. Der Wechsel des Belags signalisiert dem Auge eine Funktionsänderung, ohne physische Barriere. Übergänge sollten bündig sein oder durch einen sauberen Übergangsstreifen abgeschlossen werden - Stolperkanten entstehen sonst an täglich frequentierten Stellen.

Eine fest montierte Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern trennt einen Essbereich von einem Wohnzimmer.

Beleuchtungszonen wirken besonders abends: Ein Pendelleuchter über dem Esstisch (Hängepunkt ca. 70-75 cm über der Tischoberfläche), eine Stehleuchte im Lesebereich, helles Arbeitslicht in der Küche. Unterschiedliche Lichttemperaturen - warm im Wohnbereich, neutral-kalt in der Küche - verstärken den Zoneneffekt zusätzlich.

Temporäre Lösungen: Pflanzen, Vorhänge, Paravents

Temporäre Lösungen haben ihren Platz - sie sind günstig, flexibel und ohne bleibende Spuren rückgängig zu machen. Ihre Grenzen sollte man aber kennen:

  • Großblättrige Zimmerpflanzen (Monstera, Ficus lyrata, Strelitzie) in Kübeln ab 40 cm Topfdurchmesser erzeugen eine grüne Sichtbarriere und verbessern die Raumluft. Sie ersetzen keine akustische Trennung, wirken aber als visuelle Grenzmarkierung.
  • Deckenmontierte Vorhänge auf einer Schiene lassen sich bei Bedarf schließen und tagsüber vollständig öffnen. Halbtransparente Stoffe lassen Licht durch und nehmen trotzdem die direkte Sicht - sinnvoll zwischen Wohn- und Schlafbereich in Studios und kleinen Garçonnières.
  • Paravents sind die flexibelste Lösung, aber auch die instabilste: Sie kippen bei Zugluft und bieten keine akustische Wirkung.

Küche, Kücheninsel, Kaminofen: Bauliche Raumteiler ohne Wand

Eine Kücheninsel markiert die Kochzone und schafft einen fließenden Übergang zum Ess- oder Wohnbereich. Mit Barhockern wird sie zur Kommunikationszone. Für die Planung gilt: Mindestabstand zur gegenüberliegenden Küchenzeile 90 cm für eine Person, 120 cm für zwei Personen gleichzeitig.

Ein freistehender Kaminofen kann als zentrales Raumelement positioniert werden, das den Grundriss in zwei Hälften teilt - Wohnbereich auf einer Seite, Essbereich auf der anderen. Die Strahlungswärme verteilt sich in beide Zonen; der optische Effekt ist erheblich. In österreichischen Einfamilienhäusern der 1970er Jahre, die heuer oft umgebaut werden, ist das eine klassische und bewährte Lösung.

Halbhohe Wände oder Podeste sind bauliche Maßnahmen, die eine klare Höhendifferenz schaffen. Ein Podest von 15-20 cm Höhe definiert eine Zone eindeutig, ohne Wände zu errichten. Die Ausführung erfordert einen Handwerker; der Effekt ist dauerhaft und lässt sich hervorragend mit Maßmöbeln kombinieren.

So planen Sie Ihre Maßlösung im Konfigurator

Manufaktur X ist Direkthersteller und fertigt alle Produkte in der EU. Im Lofttür-Konfigurator und auf den jeweiligen Produktseiten geben Sie Breite, Höhe und alle Optionen ein und sehen den Festpreis in Echtzeit - kein Außendiensttermin, keine Angebotswartezeit. Die Lieferzeit beträgt für alle Produkte einheitlich 5-6 Wochen ab Auftragsbestätigung.

Raumteiler - 3D-konfigurator, Manufaktur X
Raumteiler

Häufige Fragen

Wie viel Montagefuge muss ich bei einer maßgefertigten Lofttür einplanen?

Planen Sie pro Seite ca. 5 mm Fuge zwischen Türrahmen und Wand ein. Diese Toleranz ermöglicht den Ausgleich von Wandunebenheiten und wird beim Einbau mit Montageschaum oder Dichtband sauber geschlossen. Ohne diese Fuge lässt sich ein Stahlrahmen in einer nicht exakt lotrechten Öffnung nicht gerade ausrichten - ein Problem, das in Gründerzeitwohnungen besonders häufig auftritt.

Kann ich eine offene Küche nachträglich abtrennen, ohne Wände einzuziehen?

Ja. Eine Lofttür oder ein Raumteiler aus Stahl und Sicherheitsglas schafft eine funktionale Trennung - Gerüche werden reduziert, Akustik verbessert - ohne Tageslicht zu blockieren. Beide Lösungen sind nachträglich einbaubar und erfordern keine statischen Eingriffe, sofern keine tragende Wand betroffen ist. Im Zweifelsfall vor der Beauftragung eine statische Prüfung durch einen Fachmann einholen.

Welche Holzart ist am robustesten für stark genutzte Flächen?

Von den drei bei Manufaktur X verfügbaren Holzarten hat Esche mit ca. 4,0 HB die höchste Brinell-Härte, gefolgt von Buche (ca. 3,8 HB) und Eiche (ca. 3,7 HB). Die Unterschiede sind im Alltag gering; die Oberflächenbehandlung - geölt oder lackiert - hat auf die Kratzfestigkeit im Nutzungsbetrieb einen größeren Einfluss als die Holzartwahl allein.

Lohnt sich Maßanfertigung auch bei normgerechten Raummaßen?

Eine raumhohe Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und gleichmäßigem Sprossenraster unterteilt einen hellen Wohnbereich.

Ja, auch in Räumen mit normgerechten Maßen bietet Maßanfertigung Vorteile - vor allem bei der Tiefe und Breite von Regalen. Standardregale sind in der Tiefe auf 30 oder 40 cm normiert; ein Regal mit 37 cm Tiefe, das exakt in eine Nische passt, ist im Handel nicht erhältlich. Ob sich der Mehrpreis lohnt, zeigt ein direkter Vergleich auf den Produktseiten von manufakturx.at.

Was ist der Unterschied zwischen einem Glasdesign (Sprossen) und dem Glastyp?

Das Sprossenmuster beschreibt die optische Gestaltung: horizontale und vertikale Streben im Glasfeld, Anzahl frei wählbar. Der Glastyp beschreibt das Material: Klarglas, Milchglas, Rauchglas, Dunkelrauchglas oder Strukturglas (geriffelt) - und als Sicherheitsstandard ESG oder VSG. Beide Parameter werden im Konfigurator unabhängig voneinander gewählt.

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